Bröckelnde Renditen. Was glänzt noch, ausser Gold?

PEGASUS, die Wirtschaftszeitung der OÖN, Bericht vom zweiten Geld-Tag.

Gold sei der Wertespeicher schlechthin, sagte Andrea Lang, Bereichsleiterin Marketing und Vertrieb bei der Münze Österreich. Das sei der Hauptgrund dafür, dass Gold nach wie vor eine große Faszination auf viele Menschen ausübe.

Dass Gold keine Zinsen abwerfe, sei derzeit kein Problem. Das steigere die Attraktivität zusätzlich. Dazu komme, dass Gold physisch nicht vermehrbar sei. „Es gibt eine gewisse Menge Gold auf der Welt, ganz im Gegensatz zum Papiergeld“, sagte Lang.

Aber kann man auch Rendite vom Gold erwarten? Gold sollte man nicht wegen Rendite-Überlegungen kaufen, sagte Andreas Fellner, Vorstandsdirektor der Partner Bank AG. Man müsse es eher als Absicherung des Portfolios sehen. Fünf bis zehn Prozent sind aus seiner Sicht die richtige Beimischung. Gold sei eine Art Krisenwährung, sagte Fellner.

Das habe man zuletzt in der Wirtschafts –und Finanzkrise 2008 gesehen, als der Preis der Feinunze auf rund 1.900 Dollar gestiegen sei. Als es der EZB gelungen sei, die Lage zu stabilisieren, sei der Goldpreis wieder auf rund 1200 Euro gesunken. Derzeit liege er bei rund 1400 Euro, sagte Fellner.

Auf den Goldpreis zu spekulieren, davon rieten sowohl Lang als auch Fellner ab. Der Goldpreis sei „eine Hochschaubahn“, sagte die Münze-Österreich-Managerin. Es sei die Wertbeständigkeit des Goldes, die zähle. Lang spannte einen historischen Bogen. Zu Christi Geburt habe eine Toga rund eine Feinunze Gold gekostet. Wer sich jetzt einen schönen Maßanzug schneidern lasse, bekomme den um denselben Preis. „Welche Aktie, welche Immobilie hätte so einen langen Zeitraum über dauert? Und auch die Heiligen Drei Könige haben ein Stück Gold zur Krippe mitgebracht“, sagte Lang. Mit den Heiligen Drei Königen könne er zwar nicht für Immobilien argumentieren, sagte Manfred Pammer, Vorstand der Athos Immobilien AG, „aber Herbergsuche war schondamals ein Thema.“

Pammer verwies darauf, dass es in den vergangenen Jahren „mangels Alternativen“ einen Run auf Anlegerwohnungen gegeben habe. Das sei auch kein Fehler gewesen. Er geht zwar nicht von einem „dramatischen Einbruch“ bei den Immobilienpreisen aus, aber sowohl die Einkommenssituation als auch die Bevölkerungsentwicklung könnten die Renditeerwartungen vieler Investoren enttäuschen, so Pammer. Es sei daher unwahrscheinlich, Mieten erhöhen zu können, um entsprechende Renditen zu erzielen.

Inflationsabgeltung, mehr nicht.

In den Anfangsjahren einer Wohnung könne man mit zweieinhalb bis drei Prozentrechnen. „Ich fürchte aber ,dass bei Folgevermietungen die Preise stagnieren oder vielleicht sogar leicht nach unten gehen werden“, sagte Pammer. Vielleicht schaffe man noch eine Inflationsabgeltung.

Pammer räte herzu Immobilien-Papieren, etwa Fonds oder Immobilien-Aktien. Da habe man eine entsprechende Durchmischung und damit einhergehend eine entsprechende Risikostreuung im Vergleich zum direkten Kauf von Wohnungen. Dort liege die Rendite auch bei rund zweieinhalb bis drei Prozent.

Durch die Nullzins-Politik der EZB sind auch Lebensversicherungen unter Druck gekommen. Michael Gadinger, Produktmanager für Lebensversicherungen der Wiener Städtischen, verwies darauf, dass man bei klassischen Lebensversicherungen immer noch eine Verzinsung von zweieinhalb Prozent habe.

Derzeit feierten aber fondsgebundene Lebensversicherungen ein Comeback, so Gadinger. Er sieht vor allem im Steuervorteil ein Argument für Versicherungsprodukte als Vorsorge.

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